Evaluation

Begleitende Evaluation durch die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg

Das Projekt „Menschen im Gespräch“ wird seitens der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg evaluiert und wissenschaftlich begleitet. Durch mehrere Forschungsarbeiten wurden die Entwicklung der Module und die Weiterentwicklung der Fortbildungen unterstützt.

Die Erfahrung von Lehrkräften nutzen

Mehrere Lehrkräfte wurden ausführlich zu verschiedenen Bereichen ihrer beruflichen Tätigkeit im Kontext des Spracherwerbs zugewanderter Kinder und Jugendlicher interviewt. Damit sollten Impulse für die Entwicklung dieser Fortbildungsreihe gewonnen werden. Die Bereiche sind eigene Kompetenzen, Kollegium und Schulstruktur, Belastungen, Elternarbeit, Selbstreflexion und Erwerb interkultureller Kompetenzen, eigene Konzeptionsvorstellungen sowie Erwartungen an ein Fortbildungskonzept. Aus den Interviewdaten wurden individuelle subjektive Theorien zum Spracherwerb und den oben genannten Bereichen rekonstruiert. Diese Aussagen wurden als Impulse in die Entwicklung der einzelnen Fortbildungsmodule gegeben. Eine explanative Validierung der subjektiven Theorien wurde durch einen Abgleich mit vorliegenden objektiven Theorien realisiert.

Evaluation

Evaluation der Fortbildungsmodule

Die ersten beiden Fortbildungsmodule Selbstreflexion und Erwerb kultureller Kompetenzen sowie Eltern-Interaktion und Kommunikation wurden in mehrtägigen Fortbildungen auf ihre Wirksamkeit überprüft. In einem quantitativen Pretest-Posttest-Verfahren einschließlich Kontrollgruppe wurden signifikante positive Veränderungen bei den Teilnehmenden im Zuge der Fortbildungen gemessen. Eine Interpretation der Ergebnisse mit den Fortbildungsleiterinnen erbrachte vertiefte Erkenntnisse zur Erklärung der gemessenen Veränderungen. Daraus entstanden zusammengefasste Ergebnisse, die der Weiterentwicklung der Fortbildungsmodule als Online-Angebot dienten.

Allgemeine Rückmeldungen zu den Fortbildungen

Zusätzlich zur Kontrolle der Wirksamkeit, wurden die Fortbildungen durch die Teilnehmenden anhand eines retrospektiven Fragebogens am Ende der jeweiligen Veranstaltung bewertet. Dazu gehörten Fragen bezüglich der thematischen Bedeutung, der professionellen Weiterentwicklung, der Teilnehmerorientierung sowie der Nutzung von Impulsen für die berufliche Tätigkeit. Die Fortbildungen wurden allgemein als sehr relevant und hilfreich bewertet. Einige Teilnehmende wünschten sich mehr Zeit für die Fortbildung. Die Ergebnisse aus diesen Rückmeldungen wurden ebenfalls bei der Erstellung der Online-Kurse berücksichtigt.

Erprobung des Kompetenzmodells in der Praxis

Aktuell wird das Kompetenzmodell an Schulen im Schulamtsbezirk Pforzheim unter der Leitung von SAD Heidi Bopp erprobt. An der Erprobung sind 10 Schulen mit insgesamt 37 Lehrkräften beteiligt. Es handelt sich dabei um Regelklassen der Stufen 3-6 sowie Vorbereitungsklassen vergleichbaren Alters. Die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg führt dazu eine Evaluationsstudie durch. Das Design ist ein klassisches Pretest-Posttest-Verfahren einschließlich Kontrollgruppe. Die Erprobungsphase endet im Sommer 2019. Die Ergebnisse sollen in die praxisgerechte Anpassung und Weiterentwicklung des Kompetenzmodells einfließen. Erste Ergebnisse werden im Herbst 2019 erwartet.